Mia Sylia

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Ein weiterer Gast betrat die Taverne, seine Kleidung war über und über durchnässt und schon als er die Türe hinter sich schloss sah man die kleine Lacke aus Wasser und Schlamm welche sich unter ihm bildete. Draußen pfiff ein scharfer Wind, welchen man selbst durch die Geräusche im Schankraum vernehmen konnte und machte das Wetter somit um keinen Deut angenehmer. Inzwischen war der Herbst bereits in die Tage gekommen und würde bald einem bitter kalten Winter weichen – man konnte es sogar schon riechen, dass der erste Schnee nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, zumindest wenn man mal aus dieser dreckigen Senke heraus kommt und etwas frische Luft zu riechen bekommt. Hier roch es nach Schweiß, Erbrochenen, Rauch und wie sollte man es am besten beschreiben, Versagen. Ein guter Ort für diese Geschichte, ein guter Ort um ihr den Nachdruck zu verleihen und ein guter Ort um sich an sie zu erinnern. Langsam strich ich über die Kerben welche in das heruntergekommene Eichenholz eingeritzt wurden um die Warterei zu überstehen, er verspätete sich und das obwohl meine Zeit nicht günstig ist und ich bereits für meine “Arbeit” bezahlt werde, mir soll es recht sein.
Die Person, welche die Taverne betreten hatte, entledigte sich nun ihres Mantels und hing ihn in der Nähe des Karmins auf, man merkte das ihr das Wetter und die Gegend aufs Gemüt schlug, der Mann sah verängstigt beinahe etwas gehetzt aus, drehte sich nach links und rechts und begutachtete die Leute. Er trug teure Kleidung, wohl sogar einen ziemlich neuen Satz davon, definitiv jemand der nicht hier her gehört. Scheinbar habe ich meinen Auftraggeber gefunden oder viel eher er mich. Der Mann in teurer Kleidung suchte in der Schenke scheinbar nach jemanden, er ging von Tisch zu Tisch zögerte jedoch jemanden anzureden geschweige denn sich zu einem Tisch zu setzen. Mit einem leichten Tritt schob ich ihn einen Stuhl entgegen als er an meinem Tisch vorbei ging. Er war mit seiner Suche so beschäftigt, dass er in den Stuhl hinein lief und erst dann merkte das er gefunden hatte wonach er gesucht hatte, mich und meine Geschichte – zumindest wenn die Bezahlung stimmt. Mit einem leichten Nicken setzte er sich und legte einen kleinen Lederbeutel auf den Tisch, ich prüfte ihn sorgsam in der Hand, das Gewicht passte und auch das Geräusch das er machte, wenn ich ihn bewegte.

“Also was wollt ihr wissen?” , blaffte ich den Mann, welcher mir nun gegenüber saß an. Sein Name war Robert Hansnor, ein Bediensteter von Marus Rivian, einem sehr einflussreichen Adeligen aus Tevinter. Ich konnte nicht ganz herausfinden warum, aber aus irgendeinen Grund interessierte er sich für gewisse Geschichten aus diesem Viertel über eine Elfe welche sich inzwischen Mia Sylia nennt. “Mein Herr hat mich ausgesandt um etwas über eine Person zu erfahren, welche hier lange Zeit lebte und inzwischen durchaus bekannt ist hier. Er möchte die Vorgeschichte zu ihr kennen. Wir brachten in Erfahrung, dass Sie ihre Eltern kannten und mein Herr ist gewillt Sie fürstlich für ihre Informationen zu bezahlen.” Mit diesen Worten zog der Diener ein kleines Büchlein heraus, stellte ein Tintenfässchen auf den Tisch und zückte einen Federkiel.
“Nun wo fange ich an, Mia Sylia wie ihr sie kennt heißt eigentlich Katarina Arlfals zumindest nannte sie ihre Mutter so, Ihre Mutter Maria Ina Arlfals war eine Hure, und ich meine damit jetzt nicht das sie eine ungute Person war, nein ganz im Gegenteil.” Ich konnte mir wohl mein dreckiges Lächeln nicht ganz verkneifen aber warum auch, eine Hure zu sein war ihr Job und sie war wirklich verdammt gut darin das musste man ihr lassen, aber ich schweife ab. "Sie arbeitete in einem der besseren Bordelle der Stadt zumindest am Anfang, sie war wirklich schön, hatte alles was man sich wünschen konnte und wusste es auch einzusetzen. Sie schaffte es eigentlich wirklich sehr weit nach oben, sie hatte gute, wohlhabende Freier, sie verdiente viel Geld und verprasste es schneller als sie die Beine breit machen konnte. Doch Hochmut kommt vor dem Fall, glaubt mir, ich kann davon mein eigenes Lied singen, sie verfiel dem Alkohol und anderen Drogen, sie wurde schleißiger und gehörte nicht mehr zur Elite, wie ihr Boss so gerne sagte. Sie verlor ihren Job musste in ein Bordell am Hafen gehen und versuchte sich irgendwie ihren Lebensstil zu verdienen. Irgendwann trat jedoch jemand in ihr Leben, ein Elf welcher ihr Hoffnung gab, welcher ihr neue Ziele zeigte. Ich glaub sein Name war Samus oder irgendetwas dergleichen und er kam glaube ich aus Tevinter zu mindestens erwähnte Maria das einmal. Er entfloh seinem Besitzer, glaube ich, und kam nach Denerim um sich hier ein neues Leben aufzubauen, oder so etwas in der Art – lief wohl nicht ganz so wie erwartet. Der Bastard war auf jeden Fall lang genug da um Maria zu schwängern und haute dann nach drei Monaten genau so schnell wieder ab wie er gekommen war. Maria beteuerte immer, dass sein alter Besitzer ihn gefunden hatte und er fliehen musste oder vielleicht wieder mitgenommen wurde, jedoch glaub ich einfach, dass er weiter gezogen ist um die nächste Frau zu schwängern oder vielleicht ist er doch wirklich zu den Dalish gegangen, wie er gesagt hatte aber dann hätte er wohl seine Frau und sein Kind auch mitnehmen können, oder? Naja, ein Bastard weg, ein Bastard im Kommen, eine schwangere Hure verdient natürlich auch nicht besonders gut und so kam es zum nächsten Abstieg für Maria. Sie machte alle Arbeiten die anfielen, putzte, bettelte, hurte herum wenn sie noch jemand nahm und probierte alles um über die Runden zu kommen, aber der Verfall machte sich bemerkbar, ohne Ziele und Zukunft mit Liebeskummer und Suchtproblemen ist das Leben hart und so nahm sie sich kurz nach der Geburt ihrer Tochter das Leben. Also der Vater verschwunden, die Mutter Tod und der neugeborene Bastard gerade mal ein paar Monate alt kam sie in ein Waisenhaus, nicht gerade der beste Start für eine Bilderbuchkarriere aber die Kleine hat wohl ziemlich viel daraus gemacht muss ich sagen. Im Waisenhaus blieb sie nicht lange, sobald sie laufen konnte haute sie ab, zog durch die Stadt und begann sich ihren Lebensunterhalt zu “verdienen”. Sie war nicht zwangsweise die Hellste, verscherzte es sich mit vielen Leuten, klaute wo und wann sie nur konnte und fluchte meistens wie ein Rohrspatz. Sie war aber flinker als jeder andere, war klein und kannte sich in der Stadt verdammt gut aus. Naja, sie arbeitete eine Zeit lang für mich, ich nahm sie der alten Zeiten wegen auf und gab ihr eine Unterkunft und was zum Essen, dafür machte sie Botengänge für mich. Wenn etwas schnell und ungesehen von Punkt A zu Punkt B musste, gehörte sie zu den besten, sie war flinker als ein Mabari und hatte das Aussehen ihrer Mutter und wer konnte einer kleinen, herzigen Elfe böse sein oder ihr etwas abschlagen? Wir profitierten beide davon, ich erzählte ihr nicht viel von ihrer Mutter und gar nichts von ihrem Vater – wollte ja nicht das sie aufhört für mich zu arbeiten und ihn sucht, sie legte dann auch ihren eigentlichen Namen ab, wollte ihn wohl nicht mehr haben oder hatte etwas ausgefressen über das Gras wachsen sollte, hab nie nachgefragt, hatte mich auch nicht interessiert. Naja, irgendwann fand sie wohl heraus das ihr Vater wohl ein Dalish war oder zumindest bei ihnen sein soll und, dass er scheinbar Magier ist. Ich weiß nicht genau von wo sie das wusste aber sie war sich ziemlich sicher, dass es stimmte, macht aber scheinbar keine Anstalten ihn zu suchen, jedoch wollte sie dann auch nicht mehr für mich arbeiten, da ihr irgendein Arsch gesteckt hatte, dass ich das wohl auch wusste und es ihr nicht erzählen wollte. Schnelle Beine sind ersetzbar und zum Vögeln war sie immer zu prüde also war es kein großer Verlust für mich auch wenn es schade war."
Ich nahm einen großen Schluck aus meinem Bierhumpen und schob den leeren Becher zu Robert Hansnor, “Meine Kehle ist trocken und mit trockener Kehle erzählt es sich schlecht”. Gleich bestellte er einen weiteren Humpen Bier und deutete mir weiter zu erzählen. "Naja, ab jetzt kann ich nicht mehr aus erster Hand erzählen aber man hört genug, wenn man die Ohren offen hält. Sie arbeitete für einige andere Leute in der Stadt, großteils Botengänge, sie wurde scheinbar immer besser darin über die Dächer zu pirschen und wurde ein durchaus fähiger Botenläufer und auch Dieb wie man hörte. Irgendwann hatte sie sich scheinbar genug zusammen gespart und wollte einen Teil ihrer Vergangenheit suchen und zog in Richtung Süden in die Wälder und suchte dort nach den Dalish um ihren Vater zu finden, jedoch dürfte dieser Ausflug nicht gerade von Erfolg gekrönt gewesen sein da sie bald schon wieder in der Stadt auftauchte, diesmal hatte sie aber ein paar seltsame Leute im Schlepptau, zwei Magier und einem großen Krieger, wohl einem aus den Bergen oder so, schaut auf jeden Fall ziemlich wild aus. Naja, ich halt mich eher von “Mia” fern, muss ich sagen, ich glaub sie hat noch eine Rechnung mit mir offen aber was will sie mir schon antun."
Der Diener schrieb die letzten Worte in sein kleines Büchlein und pustete über die Tinte damit sie trocknete.
“Aber jetzt lasst mir doch noch eine Frage zu, wie ich hörte kommt ihr aus Tevinter, genau so wie Katarinas Vater angeblich, er entkam seinem Herren, ist euer Herr nicht auch wohlhabend und warum sucht jemand aus Tevinter nach einem Elfen in Denerim? Es hieß er sei magiebegabt, wenn das stimmt könnte es sein das ihr gar nicht nach Mia sondern nach ihrem Vater sucht und sie vielleicht als Druckmittel oder dergleichen braucht? Sehr interessante Annahmen wie ich finde, ich kenne sicherlich ein paar Leute die für diese Information viel Geld zahlen würden wenn ich von jemand anderen nicht vielleicht etwas mehr dafür bekomme?”

Nach diesen Worten zog der Diener einen weiteren Beutel hervor und warf ihn auf den Tisch und sagte: “Damit sollte alles geklärt sein und die Informationen vertraulich, wenn trotzdem irgendwelche Informationen durchdringen sollten wird sich mein Meister das Gold zurück holen und abrechnen.” Als der Diener diese Worte formulierte sah ich wie ein Feuer in seinen Augen entstand und ich ein Brennen in meinem tiefsten Inneren spürte und mir sicher war das es nicht einmal seinen Meister brauchte um seine Drohung war zu machen. Der Diener verliess die Taverne und ich packte mein Gold zusammen und trank mir noch etwas Mut für meinen Heimweg an. Egal wer das ist, sie werden Katarina finden wenn sie möchten, und wenn das geschieht möchte ich eigentlich nur so weit weg wie möglich sein.

Mia Sylia

Dragon Age: Sanctuary BlaBlub