Robyn

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Bio:

Nahe eines abgelegenen Dorfes in Ferelden lebte ein Bauernpaar. Ihr Bauernhof stand am Südrand des Dorfes, wo sie ein bescheidenes aber glückliches Dasein führten. Der Erbauer hatte ihnen bereits vier Söhne geschenkt und der Älteste stand kurz vor seiner Hochzeit mit der Tochter der Schmiedin. Sie waren also bereits in einem Alter, in dem sie kaum noch Nachwuchs erwarten konnten. Und dennoch keimte in ihnen seit jeher der Wunsch, auch noch eine Tochter zu haben.

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Eines Tages besuchte die Bauersfrau, Raline war ihr Name, ihre Nichte Marisa. Diese hatte vor über einem Jahr den Dorfwirt geheiratet, doch hatte sie zu ihrem Bestürzen noch immer kein Kind geboren. Als Raline zu ihr kam, war sie wie schon des öfteren in eine bereits Tage andauernde Melancholie verfallen. Sie saß am Esstisch, starrte in die Leere und zeigte keine Reaktion, als sich Raline zu ihr setzte.
„Marisa, wir machen uns alle große Sorgen um dich. Du isst schon seit Tagen nichts mehr und wirst immer dünner und blasser.“
„Ich habe nun mal keinen Hunger,“ erwiderte Marisa mit heiserer Stimme und ohne sie anzusehen.
„Aber so wird sich dein Wunsch nach einem Kind auch nicht erfüllen. Du musst wieder zu essen beginnen, ich bin mir sicher, der Erbauer wird dir zu gegebener Zeit noch viele Kinder schenken.“
„Es ist leicht für dich zu reden, du hast vier gesunde Kinder. Dir war der Erbauer gnädig, doch mir…Was habe ich bloß falsch gemacht? War ich meinen Eltern eine schlechte Tochter oder meinem Mann eine schlechte Ehefrau, dass er mich so bestraft?“
Raline legte ihre Hand auf Marisas Schulter: „Der Erbauer ist dir sicher wohlgesonnen, mach dir keine Sorgen. Verwehrt er dir einen Wunsch, gibt er dir etwas anderes. Er wird dir ein glückliches Leben geben, da bin ich mir sicher. So habe ich zum Beispiel einen guten Ehemann und auch vier Söhne bekommen. Doch habe ich mir zusammen mit meinem geliebten Adrian immer eine Tochter gewünscht. Doch der Erbauer hat ihn uns diesen Wunsch nie erfüllt. Aber so vieles anderes hat er mir geschenkt, daher gräme ich mich auch nicht und erfreue mich an dem, was ich habe. Du, Marisa, hast einen wundervollen Ehemann und auch eine einträgliche Wirtschaft. Und vielleicht eines Tages auch ein Kind.“
„Aber nichts wünschte ich mir mehr als das!“
„Dann werde ich von nun an dich in jedes meiner Gebete einschließen und den Erbauer bitten, dass dein Wunsch erfüllt wird. Und auch meine Familie werde ich dazu anhalten, für dich zu beten. Vielleicht erhört uns der Erbauer. Mehr kann ich leider nicht für dich tun.“
„Das ist mehr als genug! Du bist eine so gute Frau, Raline, und ich hoffe, dass der Erbauer dir für deine Güte auch noch deinen letzten Wunsch erfüllt. Auch ich werde für dich beten.“
„Ich bin nicht mehr so jung wie du, Marisa,“ lachte Raline „der Erbauer müsste dafür wohl ein kleines Wunder vollbringen.“
Und so machte sich Raline wieder auf dem Heimweg.

Raline hielt sich an ihr Versprechen und schloss Marisa in all ihre Gebete mit ein. Und auch wenn ihre Gebete nicht erhört würden, dachte sich Raline, so hatte es zumindest bewirkt, dass Marisa wieder ihre alte Fröhlichkeit und ihren Tatendrang zurückgewonnen hatte.

Aber es kam der Tag, an dem Marisa bemerkte, dass sie die letzten zwei Monaten nicht geblutet hatte. Sofort eilte sie zu Ralines und Adrians Hof, doch bevor sie dort war, kam ihr auch schon Raline entgegen.
„Raline, deine Gebete wurden erhört! Ich bin schwanger,“ rief Marisa ihr schon von weitem zu und fiel ihr schließlich in die Arme, „ich weiß nicht, wie ich dir danken soll!“
„Das hast du bereits,“ antwortete Raline, „auch ich bin schwanger.“

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Die folgenden Monate verbrachten Raline und Marisa so viel Zeit wie möglich miteinander. Die beiden kamen schon immer gut miteinander aus, doch dieses kleine Wunder ließ die beiden noch mehr zusammenwachsen. Die erfahrene Raline hatte immer guten Rat für Marisa und Marisa bedankte sich mit ihrem jugendlichen Enthusiasmus dafür. Und sie waren sich sicher, dass auch ihre Kinder dieses besondere Band zwischen sich verspüren würden.
So kam es auch, dass sie ihre beiden Töchter am selben Tag zur Welt brachten. Raline und Adrian tauften die ihrige Robyn und Marisa und ihr Mann ihrige Marianna. Und die beiden wurden unzertrennlich. Sobald sie selbst laufen konnten, verbrachten sie keinen einzigen Tag ohne einander zumindest einmal gesehen zu haben. Aber ob des starken Bandes, das Robyn und Marianna verband, wunderte es, wie verschieden die beiden doch waren.
Marianna war schüchtern und gar nicht das, was man sich von der Tochter des Wirts erwarten würde. Sie war zurückhaltend, mochte es am liebsten, mit ihren Puppen zu spielen und war oft auch ein wenig kränklich, wodurch sie nicht immer mit den anderen Kindern draußen im Freien spielen durfte.
Robyn hingegen war ein kleiner Wirbelwind. Sie tollte gerne draußen herum, ließ sich von ihren älteren Brüdern das Jagen mit dem Bogen beibringen und spielte den Leuten ständig kleine Streiche. Oft kamen verärgerte Dorfbewohner zum Hof von Adrian und Raline, um sich über ihre hyperaktive Tochter zu beschweren, doch das Bauernpaar ließ das Gerede über sich ergehen, lächelte dabei und bestrafte die kleine Robyn nicht. Denn sie waren dem Erbauer zu dankbar, dass dieses kleine Wunder geschehen war. Robyn war also schlicht das von allen umsorgte Nesthäkchen. Allerdings war sie trotz allem ein außerordentlich fleißiges Kind, dass es nie verabsäumt hätte, bei den täglichen Arbeiten, die am Hof zu erledigen waren, mitanzupacken. Ihre Eltern und auch ihre vier Brüder liebten Robyn über alles.
So frech Robyn aber auch war, Marianna hätte sie nie einen einzigen Streich gespielt. Und auch wenn sie am liebsten ihre ganze Zeit draußen verbracht hätte, so besuchte sie sie auch, wenn sie das Haus gerade wieder einmal nicht verlassen durfte, und spielte mit ihren Puppen all die Abenteuer nach, die sie draußen erlebt hatte. Für Marianna war Robyn diejenige, die sie dazu trieb auch ein wenig aus sich herauszugehen, und Marianna sorgte bei Robyn wiederum dafür, dass sie nicht zu viel Unfug anstellte. Raline war immer froh, wenn Robyn zu Marianna ins ‘Wirtshaus zum brennenden Pony’, das Mariannas Eltern betrieben, spielen ging, da sie danach meist nicht mit durch und durch dreckiger Kleidung und aufgeschundenen Knien nach Hause kam. Oder sich am nächsten Tag ausnahmsweise nicht wieder die Bäurin vom Edeckerhof über ihre bunt bemalten Kühe beschweren kam.
Eines der Dinge, die Marianna und Robyn hingegen teilten, war ihre Liebe zu Hunden. Mariannas Vater hatte schon seit jeher einen Hund, der meist hinter dem Tresen des Wirtshauses schlief. Die alte Kora war sechs Jahre alt, als Marianna und Robyn geboren wurden. Die beiden zogen schon an frühester Kindheit an ihrem Fell herum, doch Kora störte das wenig. Sie war eines der gutmütigsten und langsamsten Tiere, die je in Ferelden existiert hatten. Sie gewöhnte sich schnell an die beiden Kinder und schloss sie ins Herz, so wie auch die Kinder das mit Kora taten. Und so wachte Kora vor Mariannas Bett, wenn sie wieder einmal krank war, oder spürte draußen mit Robyn und Marianna den Geheimnissen des nahe gelegenen Waldes nach. Als Marianna und Robyn neun Jahre alt waren, starb Kora allerdings. Ruhig und ohne Schmerzen schlief die alte Hündin neben den weinenden Kindern, die sie die letzten Stunden ihres irdischen Lebens nicht allein hatten lassen wollen, für immer ein. Marianna und Robyn vermissten ihre stetige Begleiterin und schon nach wenigen Wochen – obwohl sie am liebsten natürlich Kora zurück gehabt hätten – schmiedeten sie einen Plan, wie sie Mariannas Vater, der sehr am Verlust seiner geliebten Hündin litt, dazu bringen konnten, wieder einen Hund ins Haus zu nehmen. Und wie es der Zufall wollte, mussten sie ihren Plan gar nicht zu Ende denken: Kurze Zeit später begann eine junge streunende Hündin um das Wirtshaus zum brennenden Pony zu schleichen und nach Futter zu betteln. Ohne Erlaubnis ihrer Eltern begannen Robyn und Marianna die Hündin zu füttern, die sobald nicht mehr von deren Seite wich. Mariannas Vater hatte keine andere Wahl, als wieder einen Hund hinter dem Tresen schlafen zu lassen. Marianna gab ihr den Namen Kaska. Sie war eine ungemein aufgeweckte Hündin, die am liebsten mit Robyn und Marianna über die Felder tobte. Außerdem war sie ein wenig schlauer als Kora: Sie lies sich von Robyn Tricks beibringen und sogar darauf abrichten, auf Befehl zwischen Marianna und Robyn unter ihr Halsband gesteckte Nachrichten zu überbringen. Sie wurden zu einem unzertrennlichen Dreiergespann.
Jahre gingen ins Haus und Marianna und Robyn wurden älter. Und just an deren 17. Geburtstag warf Kaska zwei Welpen. Anstatt wie sonst die Welpen im Wald auszusetzen und sie damit den wilden Tieren zum Fraß vorzuwerfen, konnten Robyn und Marianna ihre Eltern überreden, die beiden zu behalten, jede einen davon. Marianna sollte die Hündin bekommen, die sie auf den Namen Salia taufte, und Robyn den Rüden, der seitdem auf den Namen Rondo hörte.

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Knappe zwölf Wochen war es nun her, dass Kaska die süßen Welpen geboren hatte. Das hieß, bald war es soweit, dass der Hof ihrer Eltern das neue Zuhause von Rondo sein würde. Inzwischen aber stattete Robyn Marianna noch einen Besuch ab, um den Hunde sehen zu können. Und natürlich auch, um ihr von ihrem gestrigen Treffen mit Darius zu berichten. Sie lief leichten Fußes über den Dorfplatz, grüßte Großmütterchen Dora, die gestützt auf ihren Gehstock ihren abendlichen Spaziergang absolvierte, und trat danach ins Brennende Pony ein. Passend zur schon etwas späteren Stunde hatte sich das Wirtshaus bereits mit einigen Dorfbewohnern und Dorfbewohnerinnen gefüllt, die zum Tagesausklang noch einen oder zwei Humpen Bier trinken wollten. Mariannas Eltern standen hinter dem Tresen und Marianna selbst brachte ein paar Gästen mit ihrem typischen schüchternen Lächeln ihre Bestellung. Sie hatte ihre langen, blonden Haare mit dem scharlachroten Tuch, das Robyn ihr zum Geburtstag geschenkt hatte, zurückgebunden. Gleich trabte Robyn auf sie zu und umarmte sie so stürmisch, dass sie beinahe die eben vom Tisch abgeräumten, leeren Gläser fallen ließ.
„Marianna, hast du ein paar Augenblicke oder musst du arbeiten,“ fragte Robyn mit aufgesetzt leidendem Blick, „ich muss unbedingt mit dir reden!“
„Wahrscheinlicher ist, dass du mit Rondo kuscheln willst,“ erwiderte Marianna mit einem Augenzwinkern, „er ist hinten im Garten mit Kaska und Salia.“
„Das auch,“ grinste Robin, „aber nur, wenn ich dich kurz mitentführen darf.“
Marianna warf einen kurzen, fragenden Blick zu ihren Eltern, die ihr mit einem freundlichem Nicken zu verstehen gaben, dass sie auch eine Zeit ohne ihre Hilfe auskamen. Schnell lief sie zum Tresen, stellte die leeren Gläser ab und Robyn rief noch ein rasches ‘Danke’ zu Mariannas Eltern, bevor die beiden Freundinnen schließlich durch die Hintertür in den Garten verschwanden.
Die Hunde begrüßten Robyn stürmisch.
„Ich habe euch auch vermisst,“ lachte Robyn, während sie beinahe von der Meute umgerissen wurde.
Marianna setzte sich unter einen der Apfelbäume des Gartens und beobachte einige Minuten amüsiert die Szene.
„Und wieso willst du so plötzlich mit mir reden? Gestern Abend hattest du nicht mehr die Muse, nachdem du dich mit Darius getroffen hast, vorbei zu schauen, wie du es mir versprochen hattest,“ sprach Marianna Robyn schließlich an, allerdings ohne dabei ernsthaft sauer zu wirken.
Robyn ließ von den Hunden los, setzte sich schwungvoll neben Marianna und legte ihren Kopf treuherzig auf ihre rechte Schulter: „Tut mir Leid, ich wollte ja, aber…Darius…,“ sagte sie, wurde ein wenig rot und strich sich verlegen durch ihre langen, braunen Haare.
Marianna schaute sie kurz verwundert an, bis sie endlich verstand: „Was? Ihr habt…?“ stieß sie ein wenig zu laut hervor und hielt sich nun ebenfalls verlegen die Hand vor ihren Mund.
„Pssst! Nicht so laut,“ beschwichtigte Robyn und richtete ihren noch ein wenig röter gewordenen Kopf auf.
Marianna beugte sich nahe zu Robyn und senkte ihre Stimme: „Wie das…? Obwohl, ihr seht euch doch schon so lange…Aber wie war es? Oder…wie war er…? Oder…Oh, Gott, ich hoffe, du wirst jetzt nicht…?“
Robyn kicherte. „Ich denke nicht. Und wenn doch, was soll’s, ich bin mir ohnehin sicher, dass wir früher oder später heiraten werden,“ meinte sie mir einem Lächeln auf den Lippen, „wusstest du, dass meine Mutter auch schon schwanger war, als sie meinen Vater heiratete?“
„Eure Abenteuerlust liegt wohl in der Familie,“ lachte nun auch Marianna und umarmte Robyn, „ich freu mich für dich!“
Robyn schlang auch ihre Arme fest um Marianna und einige Minuten vergingen bis die beiden die traute Stille brachen.
„Ich muss leider wieder hinein,“ meinte Marianna, „die Sonne geht bald unter und spätestens dann ist unsere Schenke zum bersten voll. Aber morgen musst mir mehr erzählen.“
„Schon in Ordnung, ich treffe mich in einer Stunde ohnehin wieder mit Darius. Und morgen gibt es wirklich kein Entkommen,“ scherzte Robyn.
Robyn und Marianna lächelten sich noch einmal an und Marianna stand auf, um wieder ins Haus zu gehen.
„Bis Morgen, Marianna!“
„Bis morgen!“
Marianna winkte noch einmal kurz und schloss die Tür hinter sich. Auch Robyn stand nun auf und streichelte Kaska und ihre beiden Welpen, die bis dahin brav neben ihr gesessen hatten, aber ob der Aufmerksamkeit, die ihnen Robyn schenkte, jetzt wieder wild und schwanzwedelnd um sie herumtollten. Eine ganz Stunde musste sie noch abwarten, bis sie Darius bei ihrem Lieblingsplatz, der Lichtung im Wald, wiedersehen konnte. Sie war so aufgeregt, dass sie beschloss bis dahin noch einen Spaziergang im Wald zu machen, anstatt unruhig beim Hof ihrer Eltern auf und ab zu laufen. Sie verabschiedete sich von Kaska, Salia und Rondo und brach auf. Wenige Meter vom Brennenden Pony hörte sie noch entferntes Hufgeklappere. Kurz drehte sie sich um, und fragte sich, wer das wohl sein möge. Aber als sie auf den ersten Blick nichts sah, marschierte sie weiter Richtung Wald. Manchmal verirrten sich doch ein paar Reisende in ihr abgelegenes Dorf. Gut für Marianna und ihre Familie, waren diese doch meist hungrig und durstig von der strapaziösen Reise.
Sie streunte nicht ganz eine Stunde im Wald herum und ging schließlich zum vereinbarten Treffpunkt. Die Lichtung war recht klein, aber rundherum recht dicht von Buchen und Eichen umgeben. Vom Südrand der Lichtung bis ungefähr zur Mitte lag ein großer umgestürzter Baumstamm, an dessen Ende sich Robyn setzte. Darius war noch nicht da, aber der Pünktlichste war er sowieso nicht gewesen. Und schon nach kurzer Zeit wurde Robyn müde. Das Wandern durch den Wald war anstrengend gewesen und so schlief sie ein.
Als sie wieder aufwachte, war es bereits dunkel. Wie spät es genau war, konnte Robyn nicht sagen. Aber Darius war noch immer nicht da und sie hatten sich zum Sonnenuntergang verabredet. Sie begann sich Sorgen zu machen. Was, wenn ihm etwas zugestoßen war? Oder hatte er sie absichtlich versetzt? Oder vielleicht wartete Darius auch in der Scheune hinter dem Hof ihrer Eltern, wo sie sich gestern getroffen hatten? So beschloss sie nach kurzem Überlegen, besser wieder zum Dorf zu gehen. Am besten sah sie zuerst in der Scheune nach, ob der Schussel sich dort die Beine in den Bauch stand. Sie hoffte es zumindest inständig.
Als sie es beinahe aus dem Wald heraus geschafft hatte, wurde es seltsam hell. Hatte sie so lange geschlafen, dass es schon wieder dämmerte? Aber da war auch dieser seltsame Geruch. Robyn verschnellerte ihren Schritt und als sie endlich den Waldrand erreichte, sah sie, dass das gesamte Dorf und auch die umliegenden Höfe in Brand standen. Aber sie hörte nur das unheimliche Knistern des Feuers und das Wiehern von Pferden. Wo waren die Dorfbewohner und Dorfbewohnerinnen, ihre Eltern und Brüder? So schnell sie konnte lief sie zum Hof. Das gesamte Wohngebäude und auch die Ställe standen in Flammen, nur die Scheune schien noch verschont. Aber keine Spur von ihrer Familie. Tränen aus Furcht und dem beißenden Rauch liefen über ihre Wangen während sie so laut sie konnte die Namen ihrer Lieben schrie, doch es kam keine Antwort. Plötzlich aber vernahm sie Stimmen aus Richtung der Scheune. Natürlich, bei der Scheune war auch der Brunnen, sie mussten dort sein und versuchen, das Feuer zumindest daran zu hindern, auf das letzte verbleibende Gebäude überzugreifen. Mit Hoffnung stürzte sie dorthin, doch als sie ankam, standen nur ein paar Pferde vor der Scheune, der Brunnen unangerührt daneben. Die Stimmen schienen aus dem Inneren des Gebäudes zu kommen. Aber was machte ihre Familie dort? Sie lugte durch den Spalt zwischen der halb offenen Tür und der Scheunenwand. Als sie die Szenerie sah, musste sie kämpfen, nicht loszuschreien. Es standen drei mit Schwertern bewaffnete, ihr unbekannte Männer in dunkler, dreckiger Rüstung, und zwischen dem Stroh lagen zwei leblose Körper. Waren das ihr Vater und ältester Bruder?
„Es dürften hier nun alle tot sein, Boss,“ meinte einer der drei, „sollen wir nachsehen gehen, ob die anderen auch schon allen Dreck aufgeräumt haben?“
Der Größte von ihnen nickte: „Macht das. Und hoffentlich hatten die anderen in diesem Dorf mehr als diese armen Ratten, sonst war das ganze ja beinahe umsonst.“ Er brach in ein tiefes Gelächter aus. Die anderen beiden stimmten mit ein.
„Räuber,“ dachte Robyn. Sie konnte aufgrund ihrer Tränen nur noch verschwommen sehen. Sie musste weg. Als sie sich umdrehte, begannen die Pferde plötzlich zu wiehern und unruhig herumzuscharren.
„Was ist das,“ hörte sie hinter sich in der Scheune. Sie setzte zu einem Sprint an, doch bevor sie drei Schritte weit kam, packte sie jemand an den Haaren und riss sie nieder. Sie strampelte und wollte sich losreißen, doch ihr Angreifer war zu stark und schliff sie in die Scheune.
„Schau an, Boss, wir haben doch glatt jemanden übersehen,“ meinte er.
Ihr Anführer grinste: „Geht schon mal zu den anderen und überlasst sie mir. Wäre doch schade, so ein hübsches Ding einfach nur umzubringen.“
Die beiden anderen lachten wieder und verließen die Scheune. Robyn wollte die Chance, dass ihr Angreifer nun von ihr gelassen hatte, nutzen und versuchte, sich auf ihre Beine zu richten. Doch schon streckte sie ein Schlag wieder nieder. Sie schmeckte Blut in ihrem Mund und ihr Kopf hämmerte. Der Mann beugte sich über sie und drückte mit einer Hand ihre Arme zu Boden. Sie versuchte sich zu wehren, aber er legte sein ganzes Gewicht gegen sie und sie war nun mal keine Kriegerin sondern ein zierliches Bauernmädchen. Er drückte ihre Beine auseinander und sie spürte einen heftigen Schmerz in ihrem Unterleib als würde sie zerrissen. Sie wollte schreien, doch nur ein heiseres Röcheln kam aus ihrem Mund. Es kam ihr vor, als ob er eine Ewigkeit über sie gebeugt war. Als er sich schließlich aufrichtete und sie los ließ, starrte sie noch weiter mit aufgerissenen Augen in die Leere und blieb schwer atmend liegen.
„Dann mach ich deinem Leiden mal ein Ende. Freust du dich schon?“ grinste er sie hämisch an. Er nahm sein Schwert aus der Scheide, beugte sich wieder über sie und setzte es an ihre Kehle. Sie schloss ihre Augen, bald war sie erlöst. Doch plötzlich schrie er auf und lies wieder von ihr ab. Sie riss ihre Augen auf und sah Kaska, wie sie sich in den Arm des noch über Robyn knienden Räubers verbissen hatte und knurrte. Das Schwert hatte er fallen lassen.
„Verdammtes Biest,“ schrie er und griff nach seinem Schwert, doch bekam er nur einen schweren Stein, der daneben lag, zu fassen. Damit schlug er Kaska auf ihren Kopf, so dass sie beinahe sofort leblos zu Boden sank.
„Jetzt wieder zu dir, Mädchen…“ sagte er etwas irritiert und drehte sich wieder zu Robyn. Sie aber hatte schon längst sein Schwert, das neben ihr zum Liegen gekommen war, aufgehoben. Noch bevor er reagieren konnte, schwang sie es mit beiden Händen gegen ihn. Sie traf sein Gesicht und schlitze es von seinem linken Kiefer, quer über die Nase bis zur Stirn auf. Er ging schreiend zu Boden. Robyn lies das Schwert fallen und rannte los: Hinaus aus der Scheune, Richtung Wald…

Langsam öffnete sie ihre Augen. Wo war sie? Sie wollte aufstehen und sich umsehen, aber ein starker Schmerz in ihrem Unterleib zwang sie, liegen zu bleiben. Die Augen gen Himmel gerichtet, sah sie – noch sehr verschwommen und von der Sonne geblendet – Laub auf sich herabfallen. Sie drehte ihren Kopf ein wenig nach links und erkannte schließlich, dass sie irgendwo im Wald liegen musste. Sie wusste nicht mehr, wie sie hierher gekommen war. Sie hatte nicht einmal mehr Erinnerung daran, den Wald betreten zu haben. Sie war nur so schnell wie möglich weggelaufen. Aber wovor…?
Und mit einem Schlag hatte sie all die schrecklichen Bilder des gestrigen Tages wieder in Erinnerung. Sie begann laut schluchzend zu weinen und krümmte sich am Waldboden. Sie wollte sterben.
Sie wusste nicht, wie lange sie dort nun so lag, aber irgendwann spürte sie etwas kaltes, feuchtes an ihrem Ohr. Und dann vernahm sie ein leises Winseln neben sich. Sie sah auf und erkannte Rondo neben sich, der seinen Kopf nun gegen ihren Arm drückte. Sie nahm in sofort fest in die Arme und weinte in sein Fell. Doch plötzlich wand er sich aus ihrer Umarmung, begann wie wild zu bellen und in Richtung Osten zu laufen. Nach einigen Metern blieb er stehen, heulte und sah zu Robyn. Wollte er ihr etwas zeigen? Sie versuchte erneut aufzustehen. Die Schmerzen waren noch immer unheimlich stark, aber sie schaffte es sich aufzurichten und langsam Richtung Rondo zu gehen. Er lief weiter und führte sie schließlich zum Waldrand Nahe des Dorfes.
Von weitem schon konnte sie sehen, dass noch immer Rauch aufstieg und beinahe alle Häuser abgebrannt waren. Sie begann wieder zu schluchzen, aber Rondo zerrte an ihrem Kleid bis sie sich weiter bewegte. Er führte sie nach Hause zum Hof. Das Wohngebäude und die Ställe waren nicht mehr als solche zu erkennen. Nur die Scheune stand noch immer, eingeschwärzt vom Rauch der daneben liegenden Gebäude. Rondo lief direkt in die Scheune. Sie folgte ihm und sah wieder die toten Körper ihres Vaters und Bruders. Ihr Peiniger war nicht mehr da. Sie lies sich neben ihnen auf den Boden fallen und begann abermals zu weinen. Als sie wieder aufsah, entdeckte sie erst, dass noch weiter hinten auch die Leichname ihrer Mutter und die ihrer anderen drei Brüder lagen. Nach kurzem Nachdenken kam sie zum Schluss, dass das einzige, was sie noch für sie tun konnte, war, sie zu begraben, damit der Erbauer sie zu sich nehmen konnte. Sie schnappte sich eine Schaufel und grub unter Schmerzen hinter der Scheune ein Loch und beerdigte ihre Familie dort. Rondo hatte die ganze Zeit nicht aufgehört in der Scheune zu bellen und zu jaulen.
„Rondo, aus!“ schrie sie mit Tränen erstickter Stimme, nachdem sie die letzte Schaufel Erde über das Grab geschüttet hatte. Aber er verstummte nicht.
Robyn ging wieder in die Scheune und sah ihn neben dem leblosen Körper seiner Mutter Kaska sitzen. Ihm ging es gerade genauso wie ihr. Sie setzte sich neben ihn und strich durch sein an einigen Stellen verkohltes Fell. Und plötzlich fiel es ihr auf. Unter Kaskas Halsband lugte ein Stück Papier hervor. Schnell griff sie danach.
„Sie haben Mutter und Vater umgebracht. Helft mir!“ stand dort in Mariannas Schrift. So schnell sie konnte, lief sie ins Dorf, Rondo direkt hinter ihr.
Am Dorfplatz angekommen, fiel sie zu Boden und es wurde ihr kurz schwarz vor Augen, die Schmerzen wurden beinahe unerträglich. Aber sie sah, dass das Brennende Pony wie durch ein Wunder noch stand. Die anderen Häuser um den Dorfplatz waren niedergebrannt und Blutspuren führten zu den verkohlten Überresten der Gemäuer. Sie zwang sich ein weiteres Mal aufzustehen und betrat das Wirtshaus.
Sie übergab sie sich gleich neben der Eingangstür. Verwesungsgeruch stieg ihr in die Nase und mindestens ein Dutzend Leichen mit aufgeschlitzten Kehlen starrten sie aus allen Ecken des Raumes an. Erst nachdem sie dem Raum für einige Zeit den Rücken gekehrt hatte, gelang es ihr, sich wieder zu fassen. Sie sah sich um. Mariannas Eltern lagen tot hinter dem Tresen, aber von Marianna selbst war keine Spur. Sie durchsuchte das obere Stockwerk – auch dort nichts. Zum Schluss öffnete sie die Luke zum Weinkeller. Sie stieg die Treppen hinab und fand einen beinahe leeren Raum. Die Banditen hatten die Lebensmittel und Weinfässer mitgenommen. Aber auch hier keine Marianna. Und wenn sie genauer darüber nachdachte, auch Salia hatte sie nirgends gesehen.
Rondos Gebell riss sie aus den Gedanken. Er saß im hintersten Eck des Raumes und schien irgendetwas entdeckt zu haben. Robyn ging zu ihm und sah das Tuch, das Marianna gestern getragen hatte. Sie hob es auf, Rondo begann daran zu schnüffeln und plötzlich sprang er auf und rannte aus dem Keller. Hatte er eine Fährte aufgenommen? Robyn spürte tief in ihrem Inneren, dass Marianna noch am Leben war. Das Band, das die beiden schon ein Leben lang verbunden hatte, verriet ihr das. Sie musste sie finden. Und sich dann gemeinsam mit ihr an dem Arschloch rächen, das ihnen und ihrem gesamten Dorf das alles angetan hatte.

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Robyn machte sich auf die Suche nach Marianna. Für kurze Zeit konnte Rondo der Fährte folgen, doch bald verlor er sie auch wieder. Die beiden gingen von Dorf zu Dorf, streiften durch Wälder, konnten aber kaum etwas über Marianna oder den Anführer der Räuber in Erfahrung bringen. Die ersten Monate verschwammen in Robyns Erinnerung. Sie weiß nur noch, wie sie sich jeden Abend an Rondo gekuschelt in den Schlaf weinte, an vielen Tagen aufgrund von Schmerzen kaum bewegen konnte oder Menschen sie von ihrem Grund vertrieben wurde, da sie sie für eine unnütze Landstreicherin hielten. Der einzige Freund, der ihr blieb, war Rondo – und er wich keinen Tag von ihrer Seite.
Was sie zum Leben brauchte, stahl sie schließlich in den meisten der Fälle. Denn mit Aufrichtigkeit und Freundlichkeit – so merkte sie schnell – kam man abseits seiner Gemeinde nicht weit. Anfangs bot sie ihre Arbeitskraft noch des öfteren an Höfen an, doch viele Bauern wurden schnell aufdringlich. Rondo rettete sie vor dem Schlimmsten, doch wurde sie – ohne ihr Geld für die geleistete Arbeit zu bekommen – vom Hof vertrieben. Sie beschloss schließlich, dass es sicherer war, nicht als eindeutig erkennbare Frau zu reisen, und schnitt sich ihre Haare ab. Ihre Figur war ohnehin burschikos – ein Umstand, mit dem Darius sie gerne aufgezogen hatte. Einen Waffenhändler erleichterte sie alsbald auch um einen Bogen, und konnte sich damit hie und da etwas als Söldnerin verdienen. Sie versuchte so gut es ging, keine Aufmerksamkeit zu erregen und ihre Nase nicht in die Angelegenheit anderer Leute zu stecken. Doch wenn sie sah, dass unschuldige, einfache Leute in Not waren, konnte sie nicht anders, als ihnen zu helfen. Zu sehr erinnerte es sie an ihr eigenes Schicksal. Und nichts hätte sie sich in jener Nacht mehr gewünscht, als jemanden, der sie vor all dem Unheil beschützt hätte. So behielt sie sich trotz ihrer rauen Umgebung zumindest einen gewissen, selektiven Sinn für Gerechtigkeit.
Wann immer sie auch nur ein Gerücht über den Mann mit der großen Narbe im Gesicht hörte, ging sie dem nach. Aber immer war es entweder der Falsche oder sie war zu spät und er wieder abgezogen. Mit Marianna verhielt es sich noch ein wenig komplizierter. Nie wieder hatte sie etwas von ihr gehört. Dennoch war sie sich sicher, dass der Erbauer sie eines Tages wieder zusammen führen würde.
Nach zwei Jahren rastlosem Umherwandern vernahm Robyn abermals ein Gerücht, dass der von ihr Gesuchte aufgetaucht war. Er hatte sich angeblich der Armee bei Ostagar angeschlossen, um diese ominöse dunkle Brut zu bekämpfen. So machte sie sich auf den Weg dorthin. Während ihrer Reise machte sie in einem Dorf Nahe des Brecilian Forest, Provos, halt. Sie kehrte in der dortigen Taverne ein, um dort zu übernachten und traf in eben dieser ein paar seltsame Gestalten – einen großen, aber gutmütigen Krieger namens Reaggo und zwei Zirkelmagier namens Dalen und Thezz. Trotz anfänglicher Skepsis und gemischten Gefühlen gegenüber männlichen Reisegefährten, begleitete sie sie ein Stück, da sie in die selbe Richtung mussten und sie sich nicht mehr abschütteln lassen wollten. Auf ihrem gemeinsamen Weg kamen sie an einem Dorf vorbei, das von dunkler Brut bedroht wurde. Sie konnte nicht umher, diesen Menschen zu helfen – und überraschenderweise hielten es ihre neuen Begleiter ebenso. Nachdem sie gemeinsam die Bedrohung abgewendet hatten, trennten sich ihre Wege allerdings wieder. Ostagar lag unglücklicherweise nicht auf deren Weg.
In Ostagar angekommen schloss sich Robyn der Armee an, um ungehindert nach ihrem Peiniger Ausschau halten zu können. Sie fand bald heraus, dass er Anführer einer mehr oder minder angesehenen – oder eher berüchtigten – Söldnertruppe war. Der erste Versuch, ihn umzubringen – sie schlich sich Nahe des Zeltlagers der Armee in einem Wald unbemerkt an ihn heran und versuchte ihn mit einem gezielten Schuss zu töten – schlug fehl. In der Nacht darauf, als sie im Zeltlager unterwegs war, stand er plötzlich vor ihr. Er erkannte sie nicht sofort und sie versuchte, unbemerkt an ihm vorbeizukommen, da sie wusste, dass sie so gegen ihn wenig Chancen hatte. Doch er hielt sie fest, da sie ihm bekannt vor kam und erkannte sie schließlich auch wieder als die Person, die sein Gesicht entstellt hat. Robyn zog ihr Schwert und es kam zum Kampf, in dem sie es irgendwie schaffte, ihn niederzuwerfen und ihm das Schwert in die Brust zu rammen. Doch das erlösende Gefühl, ihre Rache vollbracht zu haben, hielt nicht lange. Sie hatte mitten im Zeltlager der Armee einen Mann umgebracht und schon wurde sie von einer Person ergriffen, die den Mord beobachtet hatte.
Es stellte sich allerdings heraus, dass er, Dunkan war sein Name, ein Grauer Wächter war, der ihre Stärke in diesem Kampf erkannt hatte – zumindest behauptete er das. Er bot ihr an, ebenfalls eine Graue Wächterin zu werden. Ansonsten würde sie wegen Mordes auf dem Galgen landen. Was hatte sie nun für eine Wahl? Auch wenn sie die eine oder andere Geschichte über die Grauen Wächter gehört hatte, wusste sie in Wirklichkeit nichts über sie, außer, dass sie die Dunkle Brut bekämpften. Aber sie wollte noch nicht sterben. Diesen Wunsch hatte sie in Mariannas Haus in ihrem ehemaligen Dorf zurückgelassen. So willigte sie ein.
Um die Transformation zu vollziehen, musste sie mit drei anderen Anwärtern und einem grauen Wächter namens Alistair Blut der dunklen Brut hinter den feindlichen Linien sammeln. Zusätzlich sollten sie noch ein paar alte Verträge, die sich auch irgendwo dort befanden, mitbringen – was das genau war, wusste sie nicht, sie hatte wie die meisten bis jetzt keinen Sinn für Politik gehabt. Beides erledigte die Gruppe und im Besonderen Alistair tat sich als mutiger (und außerordentlich attraktiver) Krieger hervor – auch wenn er was sein Verhalten betraf ein ein wenig seltsamer Mann war. Nach ihrer Rückkehr fand der Initiationsritus statt, den zwei der Anwärter nicht überlebten. Nur Robyn und Johann Strong überstanden die Prozedur.
Die Dunkle Brut war inzwischen weiter auf dem Vormarsch und Robyn wurde zusammen mit Alistair und Johann der Auftrag erteilt, in der Schlacht ein Signalfeuer im Turm von Ishal zu zünden, um Teyrn Loghain McTir das Signal zum Angriff zu geben. Sie wurden jedoch Zeuge davon, dass sich Loghain auf das Signal hin zurückzog und daraufhin der König sowie auch Dunkan in der Schlacht fielen. Kurz darauf wurden sie von Dunkler Brut überrannt.
Robyn wurde nach dem Kampf von der Zirkelmagierin Wynne und ihrem Gehilfen gefunden, die am Schlachtfeld nach Überlebenden suchten. Von Alistair, Johann und auch Rondo fehlte aber jede Spur. Wynne brachte Robyn – verletzt und fiebernd – zum Turm des Circels der Magi, wobei sie auf dem Weg dorthin wieder auf Reaggo, Thezzeret, Dalen und deren neue Weggefährtin Mia traf, die ebenfalls dorthin unterwegs waren. Diese brachen allerdings wieder früher von dort auf und ließen Robyn zurück, die noch versuchte, mehr Informationen über die Grauen Wächter zu sammeln.
Nach ein paar Wochen berichteten ihr die Magier und Magierinnen des Turms schließlich über ein Gerücht, dass sich angeblich ein Ritter, ein Zwerg, ein Elf, eine Hexe und eine Priesterin zusammen mit einem Hund in der Nähe von Denerim aufhalten sollten. Im Glauben, bei dem Ritter haldelte es sich um Alistair, brach Robyn sofort auf, da sie sich der Aufgabe, die die Grauen Wächter zu erfüllen haben, allein nicht gewachsen sah.
Dort angekommen fand sie allerdings nun nochmals ihre alten Bekannten Reaggo, Dalen, Thezzeret und Mia, wiederum mit einem neuen Begleiter, dem Zwerg Gorim, die gerade eine gewisse Schwester Stone zur eben entdeckten Asche von Andraste begleiten wollten. Aufgrund des Gerüchts, dass ein Grauer Wächter etwas mit der Geschichte um Andrastes Asche zu tun hat, schloss sich Robyn der Gruppe abermals an.

Robyn

Dragon Age: Sanctuary verdis